Reaktionen in der Presse

Der Usinger Anzeiger schrieb am Montag den 15. Oktober 2018:

Altweilnau
Musiker und Lyriker Shmuel Kedi stellt neues Buch in Altweilnauer Kirche vor

Von der Flucht aus der lähmenden Solidarität mit den Eltern, Überlebende des Holocaust, handelt das neue Buch von Shmuel Kedi, das er in einer musikalischen Lesung in der Kirche in Altweilnau der Öffentlichkeit vorstellte.
ALTWEILNAU - Nicht nur ortsansässige Autorinnen haben hier in Altweilnau oft ihre erste Lesung aus ihren neuen Werken. Auch Shmuel Kedi hatte sich die evangelische Kirche des Burgdorfes als Ort der ersten Lesung aus seinem gerade erschienenen Buch "Der Wald im Treppenhaus" ausgewählt. Schon länger zieht es ihn in den Taunus, er fahre oft einfach mal nur zu einem Kaffee aus Frankfurt zu Peter nach Neuweilnau in die Espabar, berichtete Kedi am Samstagabend den Zuhörern, die zur musikalischen Lesung in das Gotteshaus gekommen waren. Denn Kedi ist nicht nur Autor sondern auch Musiker.
Pfarrerin Dagmar Cezanne hatte die Ehre, als Erste aus dem neuen Buch zu lesen. Und Kedi zeigte sich selbst ergriffen von dem Vortrag Cezannes. "Ein sehr komplexes Buch", kündete die Pfarrerin das Werk an, in dem Kedi seine Hauptakteurin Rachel Gur wenige Wochen vor ihrem fünfzigsten Geburtstag eine schonungslose Abrechnung mit ihrer Heimat und der eigenen Vergangenheit beginnen lässt. Gerade auf dem Heimweg, beladen mit ihren Sabbat-Einkäufen, findet sie sich im verwaisten Treppenhaus wieder, in dem sie sich "wie für immer eingekesselt" vorkommt. Beide Richtungen scheinen nicht mehr akzeptabel zu sein. "Der erste Schritt zur Freiheit beginnt mit einer Flucht", aber sie ist dazu nicht fähig und beginnt ihre Selbstgespräche am Rande des Wahnsinns. Diese drehen sich um ihren Fluchtversuch aus der lähmenden Solidarität mit dem Leid ihrer Eltern, Überlebende des Holocaust.
Mit der Fertigstellung des Buches sei ein über zehn Jahre dauerndes Projekt abgeschlossen, blickte der Autor zurück. Einen "waschechten Altweilnauer" hatte Kedi auch mitgebracht. Denn vor einem Jahr, als er zum Fest des Reformationsjubiläums in Neuweilnau war, verbrachte er auch eine Nacht in Altweilnau. In dieser Nacht stürmte es im Taunus. Und daraus entstand ein Lied über den Wind, der ihn nicht schlafen ließ. Genau wie bei dem auf hebräisch vorgetragenen Lied "Tränenmeer", dessen Übersetzung Cezanne vorlas, griff Kedi gefühlvoll in die Gitarrensaiten. "When I'm happy, you are sad", auch sein neuestes Lied, ein Blues, begeisterte seine Zuhörer. "Lyrisches ist seine große Stärke", betonte Cezanne und meinte damit sowohl Lied- als Gedichttexte, aber auch die Sprache seiner Romane sei bildhaft-vielschichtig.

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Die Taunus Zeitung schrieb am Montag den 15. Oktober 2018:
Taunus Zeitung Lesung Kedi Gesang


Wenn Shmuel Kedi schreibt, dann geschieht dies ebenso mit Wehmut über das Dasein zwischen Trauer und Hoffnung, wie wenn er darüber singt.
Bei der musikalischen Lesung am Samstag in Altweilnau war beides spürbar.


Shmuel Kedi bei der musikalischen Lesung in der Altweilnauer Kirche:
Seine Lieder sind melancholisch und von innerer Zerrissenheit über die Geschichte des jüdischen Volkes geprägt. Foto: Schneider


Von Alexander Schneider
Es sei ein „komplexer Roman“, hatte Pfarrerin Dagmar Cezanne zu Beginn der musikalischen Lesung mit dem israelischen Autor und Liedermacher Shmuel Kedi in der Altweilnauer Dorfkirche gesagt. Die Besucher mussten es erst einmal so hinnehmen, zumal auch der Titel des neuen Romans von Shmuel Kedi ungewöhnlich klingt: „Der Wald im Treppenhaus“. Ungewöhnlich auch: Meist liest bei Lesungen der Autor selbst. Diesmal ließ er lesen. Durch Pfarrerin Cezanne, die einige Passagen ausgewählt hatte, aber auch ein Gedicht des Autors: „Tränenmeer“. Darin heißt es: „Ich warte auf Wunder und meine Zeit wird knapp. Betrachte die zeigerlose Kriegsuhr. Atme inmitten einer Welt, in der nur Wölfe überleben. Glaube noch an ein Wunder und meine zeigt neigt sich dem Ende zu.“ Kedi selbst griff in die Saiten seiner Gitarre und offenbarte so seine zweite Seite, die ihn melancholisch, tief verwurzelt in der Geschichte des jüdischen Volkes zeigte.
Das Buch verlangt des Lesers volle Aufmerksamkeit, um den roten Faden nicht zu verlieren, dessen Knäuel Kedi aber nicht ganz abrollt und irgendwo bei Altweilnau ablegt. Den in Frankfurt lebenden Autor verbindet viel mit dem Taunus, in dem er die Geschichte enden lässt.
Die Handlung seines neuen Romans „Der Wald im Treppenhaus“ beginnt in Tel Aviv, 2007. Wenige Wochen vor ihrem fünfzigsten Geburtstag befindet sich Rachel Gur auf dem Heimweg, beladen mit ihren Sabbat-Einkäufen. Im verwaisten Treppenhaus beginnt sie eine schonungslose Abrechnung mit ihrer Heimat und der eigenen Vergangenheit. Ihre Selbstgespräche am Rande des Wahnsinns, drehen sich um ihren Fluchtversuch aus der lähmenden Solidarität mit dem Leid ihrer Eltern, die den Holocaust überlebt hatten. Ihre Flucht führt sie ausgerechnet nach Deutschland, zunächst nach Frankfurt, dann mit der Straßenbahn nach Oberursel, in den Taunus. Hier erlebt sie mit dem deutschen Arzt Wolfgang ihren schönsten Frühling. Rachels Schicksal ist eng verknüpft, mit der Tragik der nie erwiderten Liebe der Juden zu Westeuropa.
Shmuel Kedi, geboren am 7. September 1953 als Sohn eines konvertierten Arabers und einer jüdischen Rabbinertochter, verbrachte seine ersten Lebensjahre in der bedrückenden Enge eines Übersiedlerlagers in Jaffa. Die Ehe der Eltern zerbrach und Kedi kam mit neun Jahren in ein Heim für schwer erziehbare Kinder, wo er zur Kunst fand, um das erlebte zu verarbeiten. Der Verlust seines Spielkameraden aus Heimzeiten im Jom-Kippur-Krieg prägte sein späteres Schaffen. 1980 folgte er seiner damaligen Liebe nach Deutschland. „Der Wald im Treppenhaus“ hat also auch autobiografische Züge.



Das Gelnhäuser Tageblatt schrieb am Montag den 12. September 2014:
Konzert: Shmuel Kedi in der Ehemaligen Synagoge

„Kinder haben eigene Rechte als Subjekte ihres Lebens.“ So steht es in der Kinderrechtskonvention der vereinten Nationen. Beispielsweise das Recht darauf, gesund zu leben, Geborgenheit zu finden und keine Not zu leiden. Oder zu spielen, sich zu erholen und künstlerisch tätig zu sein..

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Die Passauer Neue Presse schrieb am 30. Oktober 2004:
Zum Frieden mit Musik und Text

Autor Shmuel Kedi las bewegende Geschichten in der Stadtbibliothek
Zu einer musikalisch umrahmten Lesung lud am Donnerstag die Stadtbibliothek ein. Friedensaktivist Shmuel Kedi, Musiker, Autor und Gesangspoet, trug Passagen aus seinem Roman "Auf ewig fremd... jedoch nicht im Morgenland" vor und präsentierte dazwischen einfühlsame selbst komponierte Gitarrenmusik mit Gesang.

Kedi, Sohn eines konvertierten Arabers und einer jüdischen Rabbinertochter, verbrachte eine harte Kindheit im Übersiedlerlager Jaffas, bevor er für mehrere Jahre in ein Heim für schwer erziehbare Kinder gesteckt wurde. Nach seiner Wehrdienstzeit trieb ihn die Liebe nach Deutschland. Heute lebt der Vater einer mittlerweile erwachsenen Tochter in Frankfurt. Friede und Völkerverständigung liegen ihm am Herzen. So organisiert Kedi einen Kinder- und Jugendaustausch zwischen Deutschland und Israel und gründete die Initiative "The Little White Bridge Projekt" - eine Vereinigung von Musikern für Frieden im Nahen Osten. Kedi dichtet, komponiert, schreibt und singt sich seine Gedanken von der Seele.

Sein Roman wird oft, so Kedi, als fetziger Roadroman bezeichnet. Seine Intention sei es jedoch, bewegende Geschichten über das wahre Leben zu erzählen sowie auch politisch-gesellschaftlich Kritik zu üben. Dabei geht er gern direkt und ungeschminkt vor. Getragen von atemberaubenden Naturbeschreibungen, Ironie und einem Schuss Erotik, handelt das Romanwerk von aussichtsloser Liebe, von türkisch-kurdischen Konflikten, von Ablehnung und unerbittlicher Verfolgung. Armut und nationaler Zwiespalt am Scheideweg werden geschildert, in einem Buch, das laut Kedi den etwas anderen Reiseführer darstellt. Kedi trug seinen Roman vor einer leider nur kleinen Zuhörerschaft sympathisch offen vor und ließ das Publikum immer wieder teilhaben an seinen ganz privaten Ansichten und Diskussionen. Seine Aussagen sind ehrlich, direkt, zwischendurch bleibt Zeit für die einen oder anderen ironischen Anmerkungen. Seine Leidenschaft aber gilt nicht nur dem Wort, sondern auch der Musik. So führte Kedi die Gäste mit hebräischen und deutschen Liedern ein wenig in seine Gefühlswelt ein. Seine emotionaler Gesang umrahmt geschmackvoll die Lesung und zeugte von der Intention des Gesangspoeten: Schließlich will er uns mit seiner Kunst die Friedensbotschaft näher bringen.

Barbara Sagstetter


Die Frankfurter Neue Presse schrieb am 9.11.2002:
…Das Publikum war sowohl von den beeindruckenden Texten als auch von den melancholischen Liedern des Frankfurters begeistert. Seine Worte … sind von Wehmut geprägt: „Ich berichte von einem Dasein zwischen Trauer und Hoffnung.“…

Das Bornheimer Wochenblatt schrieb am 5.10.2001:
Zwei Stunden ließ der Künstler die Zuschauer teilhaben an seiner vielfältigen Biographie... Der Abend war wie sein persönliches Leben: Mal schräg und heiter, aber auch voll Poesie und Nachdenklichkeit. Allem voran jedoch ausgesprochen authentisch…

Der Bensheimer Anzeiger schrieb am 30.5.1997:
…Liebe, Hass, Krieg und Frieden–all diese Themen beschreibt Shmuel Kedi in seinen Liedern und Gedichten. Mit seiner Gitarre sorgt er für einen sanften Soundteppich voll warmer, expressiv-romantischer Klänge voll Emotionalität, … Von der sanften Melodie bis zum leidenschaftlichen Rock zeigt er, welch feine Stimmungsnuancen auf der Gitarre möglich sind…